Co-Location bezeichnet die Kombination mehrerer Technologien an einem Standort — in der Praxis fast immer ein Batteriespeicher neben einer PV-Freiflächenanlage oder einem Windpark. Der Speicher nutzt Fläche, Infrastruktur und in der Regel auch den Netzanschluss der bestehenden Anlage mit.
Der Treiber ist der Engpass am Netz: Anschlusskapazität ist knapper und teurer als Fläche. Ein Speicher, der Einspeisespitzen aufnimmt, macht einen vorhandenen Anschluss deutlich produktiver.
AC- oder DC-gekoppelt: der zentrale Unterschied
Die Kopplungsart bestimmt Technik, Regelbarkeit und Genehmigungsaufwand. Sie wird früh festgelegt, weil sie das gesamte Anlagenkonzept prägt.
AC-gekoppelt — Eigener Wechselrichter, Verbindung auf der Wechselstromseite — Flexibel, Speicher kann unabhängig laden und entladen, auch aus dem Netz
DC-gekoppelt — Gemeinsamer Wechselrichter mit der PV-Anlage — Geringere Umwandlungsverluste und Kosten, Speicher an die PV-Erzeugung gebunden
Warum sich Co-Location rechnet
Die Wirtschaftlichkeit speist sich aus mehreren Quellen gleichzeitig — das ist der entscheidende Unterschied zum Stand-alone-Speicher auf der grünen Wiese.
Vermiedene Abregelung: Erzeugungsspitzen, die der Anschluss nicht aufnimmt, werden gespeichert statt verworfen.
Geteilte Infrastruktur: Netzanschluss, Übergabestation, Zuwegung, Umzäunung und Flächenpacht fallen nur einmal an.
Bessere Anschlussauslastung: Ein Anschluss, der sonst nur in Spitzenstunden ausgelastet ist, wird über mehr Stunden genutzt.
Zusätzliche Erlöse aus Arbitrage und Systemdienstleistungen.
Kürzere Projektlaufzeit, wenn der Anschluss bereits besteht.
Voraussetzungen für den gemeinsamen Anschluss
Ein Speicher lässt sich nicht beliebig an einen bestehenden Anschluss hängen. Der Netzbetreiber muss zustimmen, und die Gesamteinspeisung muss technisch begrenzbar sein.
Ausreichende Restkapazität am bestehenden Netzverknüpfungspunkt.
Zustimmung des Netzbetreibers und angepasster Anschlussvertrag.
Technische Begrenzung der Gesamteinspeisung über ein übergeordnetes Anlagenmanagement.
Getrennte messtechnische Erfassung je Anlage für Abrechnung und Förderung.
Vertragliche Regelung der Anschlussnutzung zwischen den Betreibern.
Aktualisierte Anlagenzertifikate für die kombinierte Konfiguration.
Genehmigung und Flächenrecht
Speicher sind baurechtlich nicht automatisch mitgenehmigt, auch wenn sie neben einer bestehenden Anlage stehen. Je nach Bundesland und Flächenstatus ist ein Bauantrag, eine Änderung des Bebauungsplans oder eine Anpassung der bestehenden Genehmigung nötig.
Zusätzlich zu klären sind Brandschutzkonzept, Abstandsflächen und die Erweiterung des Pacht- oder Nutzungsvertrags auf die Speicherfläche.
Wo Co-Location besonders aussichtsreich ist
Attraktiv sind Regionen mit hoher Bestandsleistung und ausgeprägten Einspeisespitzen — Windregionen in Norddeutschland, PV-Schwerpunkte in Bayern und Ostdeutschland sowie ehemalige Kraftwerks- und Industrieareale mit starkem Bestandsanschluss.
Welche Landkreise konkret in Frage kommen, zeigen die Technologieseiten von conductrScore: Sie listen je Bundesland Anlagenzahl, installierte Leistung und den durchschnittlichen conductrScore, täglich aktualisiert aus dem Marktstammdatenregister.
Ein Batteriespeicher wird am selben Standort wie eine PV- oder Windanlage errichtet und nutzt Fläche, Infrastruktur und in der Regel den Netzanschluss gemeinsam mit ihr.
AC-gekoppelte Speicher haben einen eigenen Wechselrichter und können unabhängig laden und entladen. DC-gekoppelte Speicher teilen sich den Wechselrichter mit der PV-Anlage — günstiger und verlustärmer, aber an deren Erzeugung gebunden.
Häufig ja, weil Netzanschluss, Fläche und Nebenanlagen nur einmal bezahlt werden und vermiedene Abregelung als zusätzlicher Erlöshebel dazukommt. Entscheidend bleibt die Restkapazität am Anschluss.
In der Regel ja. Speicher sind nicht automatisch von der Genehmigung der Bestandsanlage gedeckt; je nach Bundesland und Flächenstatus sind Bauantrag oder Planänderung erforderlich.
Ja. Nutzung eines bestehenden Anschlusses durch eine weitere Anlage erfordert Zustimmung, einen angepassten Anschlussvertrag und eine technische Begrenzung der Gesamteinspeisung.
Auf den Technologie- und Standortseiten von conductrScore, sortiert nach conductrScore je Landkreis, sowie auf der interaktiven Karte.